Hallöchen ihr Lieben 😀

Heute geht es etwas mehr um die Fotografie und ein bisschen, ganz klein bisschen, weniger um die Piepmätze. Genauer gesagt geht es um die Vogelfotografie. Genau genommen gehört diese zur Tierfotografie, ist jedoch schon eine besondere Spate und wird häufig getrennt von dieser betrachtet.

Vielleicht habt ihr euch überlegt, dass ihr auch gerne Vögel fotografieren möchtet, oder aber ich macht dies bereits schon. Dann habt ihr festgestellt, oder werdet was wahrscheinlich bald, dass dies gar nicht so einfach ist. Ich muss zugeben, dass ich das bei meinen Anfängen nicht erwartet hätte. Ich war immer wieder sehr enttäuscht, wenn die Bilder auf dem Handy dann wieder nichts geworden waren und als die Kamera dann da war und ich mit dieser Bilder machen konnte, wurde es auch nicht besser. Die Vögel wollten einfach nicht sitzen bleiben, das Bild war unscharf oder aber ich habe einfach den Vogel im Sucher nicht wiedergefunden. Aber all das gehört dazu, und dann freut man sich umso mehr, wenn endlich ein Bild gelingt.

Ihr habt es euch bestimmt schon gedacht, eine Kamera ist wirklich von Vorteil und ohne etwas Brennweite (Teleobjektiv) ist es wohl kaum möglich ein wirklich tolles Bild von den kleinen gefiederten Freunden zu bekommen. Ich habe in dem Artikel „Mein Kamera Equipment“ meine momentane Ausrüstung sowie ein gutes und erschwingliches Einsteigermodell inklusive der Objektive beschrieben und verlinkt. Dort könnt ihr euch sehr gerne umsehen, falls diesbezüglich noch Fragen bestehen sollten. Zum Artikel Mein Kamera Equipment

Zum Artikel Mein Kamera Equipment

Also, wie bekomme ich die gefiederten Freunde denn nun vor die Kamera. Die Suche ist nicht immer einfach, es ist teilweise kalt, schmutzig oder aber auch einfach unwegsam. Stundenlang muss ausgeharrt werden und vielleicht geht man dennoch ohne ein gutes Foto nach Hause. Aber auch das gehört dazu. Der Spaß sollte an erster Stelle stehen und ich finde das Gefühl eine für mich noch neue Art oder eine Besondere Situation erleben zu dürfen schon einfach unbeschreiblich toll, ein Bild ist dann sowas wie das Sahnehäubchen.

Wo finde ich die Vögel und kann sie fotografieren?

Die Futterstelle: Sie ist nicht zu unterschätzen, vielleicht habt ihr schon eine oder wollte gerade eine einrichten. Falls dies im Garten nicht möglich ist, ihr aber täglich im Wald oder in einem Park unterwegs seit, geht dies natürlich auch da. An Futterstellen kommen in der Regel Vögel. Manchmal dauert es ein paar Tage aber dann ist meistens eine Menge los, dort können sie also schon einmal super fotografiert werden. Hier gibt es ein paar Tricks die einem das Leben etwas einfacher machen.

Futterstelle mit Holzstamm und freiem Hintergrund

Der Hintergrund: Dieser ist wichtig, beim Einrichten einer Futterstelle für die Fotografie solltet ihr darauf achten, dass diese freigestellt ist. Also wenn sich im Hintergrund Zäune, eine Straße, Häuser oder ähnliche nicht natürliche „Dinge“ befinden, sollte auf eine andere Stelle ausgewichen werden. Eine Hecke sollte nicht zu nah an der Futterstelle sein, am besten seitlich daneben, damit die Tiere sich bei Gefahr zurückziehen können, jedoch ist da Bokeh nicht schön, wenn der Vogel direkt vor der Hecke sitzt.

Haussperling vor einem homognen Hintergrund welcher durch die Freistellung ein tolles Bokeh ergibt.

Bisschen Tricksen: Die Fütterung kann erfolgen wie immer. Aber wenn es ein etwas natürlicheres Bild werden soll, dann bietet es sich an, das Futter ein wenig zu verstecken. Also es so anzubringen, dass es auf dem Foto nicht zu sehen ist. Hierfür eignen sich besonders gut Äste, in diese können kleine Löcher gebohrt werden, sodass das Futter nicht direkt zu sehen ist. Viele alte morsche Äste haben von sich aus auch schon Einkerbungen in denen dies gut zu verstecken ist. Fettfutter wie z.B. Erdnussbutter kann auch an Stämme geschmiert werden, der Vogel positioniert sich dann zum Futtern und das ist der Moment, in dem ein Bild gemacht werden kann.

Haussperling sucht sich das Beste aus dem Futter raus. Dieses ist in den Kerben des Stammes versteckt. Für Fotos drehe ich dieses häufig so, dass es nicht sichtbar ist.

Licht: Letzter aber äußerst wichtiger Punkt für die Fotografie. Das Licht. Licht von hinten wird keine Freude machen. Der Vogel wird lediglich eine schwarze Siluette und alles andere ist total überbelichtet. Die Futterstelle sollte also nicht so stehen, dass der Vogel im Gegenlicht steht. Licht von der Seite ist noch machbar, kann schön sein, ist aber manchmal ein bisschen kniffelig. Am Besten auf jeden Fall, Licht von vorne. Bei meiner Futterstelle ist es so, dass am Morgen bis Mittag das Licht von vorne kommt und dann langsam seitlich weg wandert, so geht nur in den Abendstunden eher nichts da ich dann Gegenlicht habe, aber ansonsten passt es immer super.

Amsel im frontalen Licht

Wann? Es geht eigentlich immer. Am einfachsten ist es aber in den frühen Morgenstunden. Dann sind die Vögel, vor allem im Winter, dringend auf Nahrung angewiesen und begeben sich auf die Suche nach eben dieser. Es ist also die größte Wahrscheinlichkeit sie dann anzutreffen und viele Möglichkeiten für ein Foto zu haben. Mittags geht es natürlich auch, jedoch ist das Licht dann meistens härter und die Bilder wirken weniger weich als in der Morgensonne.

Tarnung? Muss ich mich tarnen? Bringt das was? Wie mache ich das? Tja, das ist so eine Sache. Ich persönlich sitze häufig in der Küche und kann von da aus super die Futterstelle fotografieren. Das funktioniert aber natürlich nur im heimischen Garten so. Vielleicht ist eine Hütte vorhanden oder man kann sich irgendwo verstecken. Jedoch kommt es dann ja auch immer noch ein wenig auf die Entfernung an. Ist man jedoch unterwegs dann ist weder Hütte noch Küche wahrscheinlich vorhanden. Gedeckte Farben sollten auf jeden Fall gewählt werden und es sollte versucht werden sich so zu positionieren, dass man genügend sehen kann, jedoch nicht sofort gesehen wird. Am Besten eignet sich meiner Meinung nach dazu ein Tarnzelt. Die sind lange nicht so gemütlich wie die Küche oder sogar die Hütte aber sie erfüllen ihren Zweck und man kommt an die Piepmätze heran. Ich nehme meins immer mit, es wird zusammengefaltet und nimmt dann kaum Platz weg, außerdem wiegt es so gut wie gar nichts und man weiß ja nie was einen erwartet. Zum Tarnzelt

Blick aus dem Tarnzelt auf meine Futterstelle

Manche Gartenvögel lassen einen ziemlich nah heran. Einige andere dafür wie der Buntspecht oder der Eichelhäher werden sich ohne ein Versteck oder eine Tarnung wohl eher nicht blicken lassen.

Wie wir an die Vögel heran kommen haben wir geklärt, Lichteinfall und die kleinen Tricks an der Futterstelle auch. Ebenso haben wir über die Tarnung gesprochen. Also schon einmal einiges geschafft. 🙂 Was ist noch wichtig? Genau!

Der Blickwinkel: Aus welchem Blickwinkel fotografiere ich den Vogel denn nun? Es ist immer schön, wenn man mit dem Vogel auf Augenhöhe ist. Diese Art der Betrachtung schmeichelt dem menschlichen Auge. Wenn dies nicht gleich so funktioniert ist es aber auch in Ordnung, wenn es ein wenig schräg ist. Jedoch ist ein Bild steil nach oben oder nach unten, von der Komposition her kein Traum. Also, wenn die Amsel auf dem Boden steht, dann legst du dich auch auf den Boden 😀 Einfach von oben drauf zu halten, hat leider kein schönes Ergebnis zur Folge.

Eichelhäher auf dem Futterstamm , dort können super Bilder auf Augenhöhe mit den Vögeln gemacht werden

Blende und ISO: Was die Blende betrifft, so habe ich die Erfahrung gemacht, dass es meistens (so gut wie immer) sinnvoll ist, diese offen einzustellen. Ich persönlich fotografiere mit meinem Tamron zu 99 % auf mit den Blende 5,6 oder 6,3 (unterschiedlich je nach Brennweiteneinstellung). Ist die Blende so weit geöffnet hat das den Vorteil, dass das Bokeh (also der Hintergrund) meistens schöner ist. Der Vogel hebt sich mehr von dem Hintergrund ab und ist freigestellt. Dies mach optisch einen wesentlich harmonischeren Gesamteindruck.

So, der Vogel ist schnell, er bewegt sich schnell, er fliegt schnell, er ist eigentlich immer in Bewegung und diese Bewegungen sind alle nicht gerade langsam. Damit wären wir beim ISO. Da wir die Blende ja weit geöffnet haben, ist die Belichtungszeit meistens sehr kurz. Für die schnellen kleinen Piepmätze ist das aber nicht so wirklich produktiv. Die brauchen meiner Erfahrung nach bei einer Bewegung mindestens eine Belichtungszeit von 1/200 oder 1/250 kommt darauf an, wie ruhig meine Hände in dem Moment sind. Also muss das ISO hochgestellt werden, dann hat man eine Chance die schnellen Bewegungen auch einzufangen. Ich versuche immer mindestens bei 1/250 zu sein, sobald ich aber bei 1/800 angekommen bin regle ich das ISO spätestens herunter, da die Bilder bei einem sehr hohen ISO natürlich auch leider leicht rauschen (Rauschverhalten ist natürlich von Kamera zu Kamera unterschiedlich, aber machen wir uns nichts vor jenseits von ISO 4000 rauschen sie alle :D). Ein bisschen herum probieren ist dabei natürlich nur lehrreich und sollte auf jeden Fall gemacht werden. Ein weiterer Tipp wäre jedoch, vorher einmal testen. Also Kamera in Postion bringen und den Ort an dem der Piepmatz bestenfalls erscheint einmal testen, was die Belichtungszeit sagt. Dann kann die Kamera in Ruhe eingestellt werden, dazu ist keine Zeit mehr wenn der Piepmatz dann erst einmal da ist.

Ausrichtung: Wenn es dann zu einem Foto kommt, ist die Ausrichtung des kleinen Piepmatzes auch nicht so ganz unwichtig. Versucht ihm „Luft“ zu geben. Also das Bild nicht zu abgeschnitten oben, sodass es zu kopflastig ist. Dann lieber nach unten etwas weniger „Fleisch“. Auch sollte er zur Seite ein wenig Platz haben. Am besten zu der Seite zu der er guckt mehr, eine Gute Regel ist dann immer 2/3 Platz. Er sollte in einem Drittel stehen und zu den 2/3 schauen. Das wird ein wenig dauern und klappt auch nicht immer, macht da Bild aber harmonischer und der Vogel schaut nicht aus, als ob er gegen eine Wand schaut. Falls dies nicht sofort so funktioniert, nicht den Mut verlieren, das wird schon. Wobei wir für heute bei meinem letzten Punkt sind. 😀

Die Amseldame schaut nach links und auch dort benötigt sie ein wenig mehr „Luft“ sonst würde es aussehen, als würde sie gegen eine Wand schauen.

Ruhe bewahren: Die Aufregung ist groß, wenn der Piepmatz dann an der Futterstelle ist. Die Kamera ist ausgerichtet und richtig eingestellt. Der Vogel frisst in Ruhe und der Fotograf einen Puls von über 180 😀 Was passiert, der Vogel wird im Sucher nicht gefunden und bis man soweit ist, ist er wieder weg. Oder er fliegt weg, kurz bevor man auf den Auslöser drücken konnte. Ja das kenne ich, ich könnte einen ganzen Bildband mit „Astfotos“ veröffentlichen. Aber das ist wirklich normal, das passiert immer mal wieder. Irgendwann gewöhnt man sich an den Sucher und es ist einfacher den Vogel zu finden. Reinzoomen und rauszoomen werden wie von alleine gemacht und es ist alles halb so wild. Aber sobald eine „Neue Art“ auftaucht, ist wieder Puls angesagt. Und genau das macht die Sache doch auch aus. Es ist immer wieder aufregend und spannend und beschert einem sehr viele tolle Momente. Wenn dann einer nicht so funktioniert hat, wie erhofft, dann ist das leider nicht mehr zu ändern, aber den Augenblick kann einem niemand mehr nehmen, dass sollte nie vergessen werden.

Das war es dann erst einmal zu dem Thema. Das nächste mal nehme ich euch mit hinaus in die Weite Welt und wir machen dort Bilder von den Piepmätzen, also, es bleibt spannend. 😀

Anbei möchte ich euch noch ein wenig Lektüre zu dem Thema empfehlen. Da ich eine kleine Leseratte bin und gerne und viel lese, habe ich zu dem Thema schon einiges durch und möchte euch einiges für den Anfang nahelegen. Viel Spaß damit 🙂

Wenn das Motiv stimmt, dann ist es auch schön, wenn die Piepmätze in der Mitte sind
Im Vordergrund ist eine leichte Unschärfe zu erkennen. Die Schärfe-Ebene liegt bei dem Schilfrohrsänger und hinter ihm wird es wieder unscharf.

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